29.12.2008
Mit Unterstützung der Deutschen José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. und der Europäischen Kommission wird derzeit am Universitätsklinikum Regensburg das José-Carreras-Centrum für Somatische Zelltherapie gebaut. In Betrieb genommen werden die Laborräume im Sommer 2009.
Heute wurde das Richtfest begangen. Zugleich erhielt das Laborzentrum als Preisträger des bundesweiten Wettbewerbes „365 Orte im Land der Ideen“ die Auszeichnung „Ausgewählter Ort 2008“. Der Wettbewerb findet seit 2006 unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler statt. Eine unabhängige Jury hatte das José-Carreras-Centrum aus rund 1.500 Bewerbern als einen „Botschafter hoher Innovationskraft“ ausgewählt, der Einfallsreichtum und visionäres Denken widerspiegelt.
Mit der Preisverleihung „Ausgewählter Ort 2008“ wird eine Initiative ausgezeichnet, die „noch im Bau befindlich, aufgrund ihres innovativen Charakters aber schon jetzt von herausragender Bedeutung ist“, führte Jürgen Heldmann von der Deutschen Bank in seiner Laudatio auf den Preisträger aus.
„Das Innovative an diesem Laborzentrum ist, dass hier nicht chemische Substanzen, sondern körpereigene Zellen zur Anwendung am Patienten entwickelt werden. Mit solchen Zellmedikamenten, die durch Aktivierung und Vermehrung z.B. von Immunzellen im Brutschrank hergestellt werden, wollen wir vor allem jenen Patienten helfen, deren Immunsystem ungenügend (z.B. bei Tumorerkrankungen und Infektionen) oder unkontrolliert (bei Autoimmunerkrankungen) arbeitet“, erläutert Professor Dr. Reinhard Andreesen, Leiter der Abteilung für Hämatologie und Internistische Onkologie am Universitätsklinikum Regensburg und Wissenschaftlicher Leiter von BayImmuNet.
Für das Bayerische Immuntherapie-Netzwerk nimmt das José-Carreras-Centrum für Somatische Zelltherapie am Universitätsklinikum Regensburg als zentrale „Zellfabrik“ einen wichtigen Platz ein und bietet den Wissenschaftlern des BayImmuNet modernste Möglichkeiten zur Entwicklung von Zellmedikamenten. Der Betrieb des Laborzentrums wird von BayImmuNet anteilig finanziert.
Auch José Carreras ließ es sich nicht nehmen, in einem Grußwort das Projekt zu würdigen und den Wissenschaftlern viel Erfolg zu wünschen. Das Grußwort wurde von Jochen Kreutzberg, dem Geschäftsführer der Deutschen José Carreras Leukämie-Stiftung e.V., verlesen.